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NAS selber bauen oder Komplettsystem kaufen

NAS selber bauen oder Komplettsystem kaufen?

Ich habe die Tage mal darüber nachgedacht meine in die Jahre gekommene Synology NAS durch ein neueres Modell zu ersetzten, bis ich die Preise für die aktuellen Modelle gesehen habe. Gedacht hatte ich persönlich an die DS218, welche aber leider erst ab ca. 260€ los geht. Naja … ein wenig teuer. Dafür sind die Unterhaltskosten mit angegebenen 15 Watt recht niedrig (das Netzteil hat maximal 60 Watt).
Was gibt es für Alternativen? Am besten günstig in der Anschaffung und dem Betrieb (Strom).

Viel bleibt dort nicht übrig.
Die Software Variante, die mir ins Auge fiel war dann OwnCloud oder dessen Fork Nextcloud. Bleibt nur noch die Hardware … Ein richtiges NAS Gehäuse, mit Hardware und ohne OS, gibt es nicht.
Einen „normalen“ PC zu nehmen würde den Rahmen der Stromkosten sprengen und ein Raspberry Pi hat keinen Sata Anschluss und einen RAID I kann ich damit auch schlecht fahren, ohne zwei externe USB-HDD Gehäuse zu nehmen, die ihren eigenen Stromanschluss besitzen. Eben diese würde aber dann wieder zusätzlich Strom verbrauchen. Eine 2,5 Zoll USB Festplatte direkt an den Pi anzuschließen halte ich persönlich für keine gute Idee, denn hier habe ich schon einmal schlechte Erfahrungen gemacht. Was super geht ist eine M.2 Festplatte per Pi Hat zu verwenden. Der Strom reicht um Längen aus und die Geschwindigkeit ist recht gut, für den Pi. Leider sind die M.2 Festplatten recht teuer. Für eine solche Platte mit 1TB Speicher ist man mindestens die erst angesprochenen 260€ los. Auch nicht optimal und deshalb scheidet diese Variante schon einmal aus.

Also ging meine Suche weiter.
Als nächstes fiel mir der Banana Pi M2 ins Auge. Dieser besitzt zumindest schon einmal einen Sata Anschluss und kann per Micro-USB betrieben werden. Eine zweite könnte man per USB HDD Dock anschließen. Diese verbraucht zwar keine 24 Watt, hat aber ein 24 Watt Netzteil. Zusätzlich kommen noch einmal die Maximalen 10 Watt des Banana Pi M2.

Als vierte Alternative würde sich noch der Odroid HC1 (2,5 Zoll) oder HC2 (3,5 Zoll) anbieten. Beide Versionen bieten einen Sata Anschluss, mit zugehörigem Gehäuse. Auch hier müsste für einen RAID I ein zusätzliches USB HDD Dock angeschlossen werden.

Aber wenn wir mal ganz ehrlich sind, dann hinkt der Vergleich zwischen einer professionellen NAS mit zwei Einschüben und einem der drei Bastelcomputern. Deshalb werde ich hier einfach nur auf die Systeme mit einer einzelnen Festplatte eingehen. Persönlich rate ich von einem NAS System mit nur einer Festplatte ab. Das Risiko, dass mal eine Platte ausfällt, ist mir einfach zu groß. Was aber möglich wäre ist ein wöchentliches oder monatliches manuelles Backup auf eine externe Platte. Dann würden die Stromkosten schon einmal weg fallen. Das Problem liegt hier bei dem Stichwort „manuell“.

Also wollte ich einmal die Vor- und Nachteile der vier Hardwaremöglichkeiten aufzählen und mir damit die Entscheidung etwas erleichtern. Vielleicht hilft euch dieser Vergleich ja genau so, wie mir.

Vergleich

 

Variante
Synology Nas DS118
Raspberry Pi 3
Kosten (Anschaffung)
180€ (NAS) + 50-60€ (2x 1TB HDD) = 230-240€
35€ (Pi) + 10€ (Netzteil) + (10€) SD-Karte + 25€ (HDD Dock) + 50-60€ ( 1TB HDD) = 140-150€
Kosten (Betrieb)
Max. 60 Watt (angegeben mit 9,4 Watt)
2 Watt (Pi 3) + 3,3 Watt (3,5 HDDs) + 5 Watt (Dock) = ~10-11 Watt
Vorteile
  • Einfache Einrichtung
  • Stetige Updates
  • Niedriger Stromverbrauch
  • Guter Support
  • Viele Infos/Foren im Netz
  • Viele Apps/Erweiterungen
  • Leichtere Absicherung/Überwachung
  • Professionelle Hard-/Software
  • Schnellere Übertragungsgeschwindigkeiten
  • Schönes und kompaktes Gehäuse
  • Hohe Anpassbarkeit
  • Niedriger Stromverbrauch
  • Niedrige Anschaffungskosten
  • Mehr Software für OS
  • Viele Infos/Anleitungen im Netz
  • Professionelle Software
  • Günstig in der Anschaffung
  • Für andere Zwecke einsetzbar
Nachteile
  • Hohe Anschaffungskosten
  • Einschränkungen bei der Anpassbarkeit
  • Hoher Einrichtungsaufwand
  • Weniger Apps für NAS Software
  • Kein richtiges Gehäuse
  • Vorkenntnisse in Linux nötig
  • Sicherheit muss an vielen Stellen selber erreicht werden
  • Updates müssen selber gestartet werden
  • Datenübertragungsgeschwindigkeit geringer
  • Kein Sata
  • Kabelsalat
Variante
Banana Pi M2
Odroid HC1/HC2
Kosten (Anschaffung)
35-40€ (Pi M2) + 10€ (SD-Karte) + 5€ (Sata Kabel) + 10€ (Netzteil) + 50-60€ (2,5 Zoll 1TB HDD) = 110-125€
65€ (Odroid HC1/HC2) + 10€ (SD-Karte) + 10€ (Netzteil) + 50-60€ (2,5 Zoll 1TB HDD) = 135-145€
Kosten (Betrieb)
~ 6 Watt

~ 10 Watt (HC1)

~ 13 Watt (HC2)

Vorteile
  • Besitzt einen Sata Anschluss
  • Hohe Anpassbarkeit
  • Niedriger Stromverbrauch
  • Niedrige Anschaffungskosten
  • Mehr Software für OS
  • Viele Infos/Anleitungen im Netz
  • Professionelle Software
  • Günstig in der Anschaffung
  • Für andere Zwecke einsetzbar
  • Schneller als Raspberry Pi 3
  • Besitzt einen Sata Anschluss
  • Besitzt ein Gehäuse
  • Hohe Anpassbarkeit
  • Niedriger Stromverbrauch
  • Niedrige Anschaffungskosten
  • Mehr Software für OS
  • Viele Infos/Anleitungen im Netz
  • Professionelle Software
  • Günstig in der Anschaffung
  • Für andere Zwecke einsetzbar
  • Datenübertragungsgeschwindigkeit etwa auf der der Synology NAS
Nachteile
  • Hoher Einrichtungsaufwand
  • Weniger Apps für NAS Software
  • Kein richtiges Gehäuse
  • Vorkenntnisse in Linux nötig
  • Sicherheit muss an vielen Stellen selber erreicht werden
  • Updates müssen selber gestartet werden
  • Community kleiner, als beim Raspberry Pi 3
  • Boot über SD-Karte nötig
  • Hoher Einrichtungsaufwand
  • Weniger Apps für NAS Software
  • Vorkenntnisse in Linux nötig
  • Sicherheit muss an vielen Stellen selber erreicht werden
  • Updates müssen selber gestartet werden
  • Community kleiner, als beim Raspberry Pi 3
  • Boot über SD-Karte nötig
  • Hat nur einen USB-Anschluss

Fazit

Wenn man davon absieht, dass ein RAID I nur mit zusätzlicher HDD und dazugehöriger Dock (mit extra Stromversorgung) möglich ist, so kann man in der Anschaffung mächtig Geld sparen, wenn man sich eine NAS selber „bastelt“.Von den Betriebskosten sieht das Ganze dann in etwa gleich aus.

Der Nachteil des fehlenden RAID I (Ausfall einer HDD ist abgesichert) und der eher schwierigere Einrichtungsprozess machen es aber vor allem für Anfänger schwer und sind damit echte Nachteile. Wer auf Anpassbarkeit der Software aus ist, der sollte vielleicht eher zu einem Banana Pi M2 oder einem Odroid HC1/HC2 greifen. Dem Rest würde ich zu einem Komplettsystem von Synology oder Qnap raten. Diese beiden Hersteller sind die großen Fische und bisher war ich mit meiner Synology NAS sehr zufrieden.

Melvin

Ich bin 23 Jahre jung und studiere zurzeit Wirtschaftsinformatik an der Georg-August-Universität in Göttingen. Ich bin ein Mensch, der sich neben der Programmierung noch für tausend andere Dinge interessiert, die mal mehr und mal weniger verrückt sind. Vor allem aber bin ich Feuer und Flamme mit der Programmierung von eigenen kleinen Apps und Programmen, die mein Leben bereichern.

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